Das Prof. Stark Institut

Das Prof. Stark Institut verbindet klinische Erfahrung, spezialisierte Diagnostik, individuelle Therapie, sozialmedizinische Begutachtung und wissenschaftliche Forschung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ME/CFS und komplexen Erschöpfungs- und Regulationsstörungen. Dabei werden Symptome und Befunde nicht isoliert einzelnen medizinischen Fachgebieten zugeordnet, sondern im Zusammenhang betrachtet. Autonome Regulation, Belastungsphysiologie, neuroendokrine und immunologische Prozesse, neuromuskuläre Funktion sowie zentralnervöse Regulationsmechanismen werden zu einem Gesamtbild zusammengeführt.

Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst unmittelbar für Diagnostik und Behandlung nutzbar zu machen – und umgekehrt Fragestellungen aus der klinischen Arbeit systematisch in die Forschung zurückzuführen.

Das Institut wird von Prof. Dr. med. Michael Stark geleitet. Seine langjährige wissenschaftliche und klinische Arbeit verbindet Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin, Psychologie und psychophysiologische Stress- und Regulationsforschung.

Aus der jahrzehntelangen Beschäftigung mit Stressregulation, autonomem Nervensystem und komplexen Krankheitsverläufen entwickelte sich ein zunehmend systemischer Ansatz, der heute insbesondere für die Erforschung und Behandlung von ME/CFS weiterentwickelt wird.

Mitarbeiter und fachliche Kooperationen

Dr. Christof Ziaja

Sportwissenschaft und neuroradiologische Forschung

PD Dr. Christof Ziaja ist Sportwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren mit Prof. Stark an der Entwicklung und Anwendung sportwissenschaftlicher, biophysikalischer und neurophysiologischer Untersuchungsverfahren. Er ist zudem als Gastwissenschaftler in der Neuroradiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig und mit der Sportuniversität Wrocław wissenschaftlich verbunden.

Ein besonderer Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit liegt auf der objektiven Erfassung autonomer und neuromuskulärer Regulationsprozesse. Hierzu gehören unter anderem Untersuchungen der Herzratenvariabilität, der neuromuskulären Regulation und der körperlichen Reaktion auf Belastung. Diese Ansätze wurden in den vergangenen Jahren zunehmend auf die besonderen Fragestellungen bei ME/CFS und Long COVID übertragen.

Eine wesentliche Rolle übernahm Dr. Ziaja bei der Weiterentwicklung der neuroradiologischen Forschungsdiagnostik am UKE. Gemeinsam mit den dortigen Kooperationspartnern trieb er die Entwicklung und Optimierung der MRT-Untersuchungs- und Auswertungsprotokolle voran. Dadurch konnten die Untersuchungen schrittweise verfeinert und zunehmend differenzierte strukturelle und funktionelle Veränderungen des Gehirns bei ME/CFS und Long COVID untersucht werden.

Die daraus hervorgegangenen Forschungsergebnisse stellte Dr. Ziaja gemeinsam mit dem Forschungsteam auf nationalen und internationalen wissenschaftlichen Kongressen vor. Aus dieser Forschungslinie sind inzwischen auch wissenschaftliche Publikationen und Preprints hervorgegangen.

Dr. Ziaja entwickelte zudem die Biophysikalische Bewegungstherapie (BBT). Seine sportwissenschaftliche und methodische Perspektive bildet heute einen wichtigen Bestandteil der interdisziplinären diagnostischen und wissenschaftlichen Arbeit des Prof. Stark Instituts.

Dr. med. Bettina Zander

Allgemeinmedizin und ärztliche Versorgung

Dr. med. Bettina Zander ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und arbeitet seit vielen Jahren mit Prof. Stark in der medizinischen Betreuung von Patientinnen und Patienten zusammen.

Im Rahmen der interdisziplinären Arbeit übernimmt sie insbesondere die allgemeinmedizinische Perspektive bei komplexen Krankheitsbildern. Bei ME/CFS ist diese Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung, da neben der charakteristischen Belastungsintoleranz und Post-Exertional Malaise häufig unterschiedliche somatische Beschwerden und Regulationsstörungen berücksichtigt und im Verlauf medizinisch begleitet werden müssen.

Gemeinsam mit Prof. Stark war und ist Dr. Zander an der ärztlichen Beurteilung von ME/CFS-Patientinnen und -Patienten sowie an der Erstellung von Befund- und Verlaufsberichten beteiligt. Ein wichtiges Anliegen der gemeinsamen Arbeit ist dabei die somatische Einordnung der Erkrankung und die Vermeidung einer vorschnellen Fehlinterpretation der Beschwerden als primär psychische oder psychosomatische Störung.

Ihre allgemeinmedizinische Perspektive ergänzt damit die psychiatrisch-psychotherapeutische, sportwissenschaftliche und wissenschaftliche Arbeit des Prof. Stark Instituts und trägt zu einem interdisziplinären Verständnis komplexer ME/CFS-Krankheitsverläufe bei.

Forschungskooperation

Dr. Kerstin Liesenfeld

Psychologische und neurowissenschaftliche Forschungskooperation

Dr. phil. Kerstin Liesenfeld ist promovierte Persönlichkeitspsychologin und Gründerin des Liesenfeld Research Institute in Boston. Ihre wissenschaftliche Arbeit verbindet psychologische und neurowissenschaftliche Grundlagenforschung mit Fragestellungen zur Persönlichkeitsentwicklung, zur emotionalen Regulation und zur gesunden Selbststeuerung.

Sie promovierte unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Julius Kuhl an der Universität Osnabrück und Prof. Kurt W. Fischer an der Harvard University. Von 2010 bis 2013 war sie im Mind, Brain and Education Program der Harvard Graduate School of Education tätig. Das von ihr 2017 gegründete Liesenfeld Research Institute arbeitet heute in wissenschaftlicher Anbindung an die Tufts University in Boston.

Mit Prof. Stark besteht eine langjährige wissenschaftliche Kooperation an der Schnittstelle von Stressregulation, Selbststeuerung, Neuropsychologie und neurobiologischen Regulationsprozessen. Die Zusammenarbeit erweitert die medizinisch-physiologische Forschungsperspektive des Prof. Stark Instituts um psychologische und neurowissenschaftliche Modelle der Regulation und Adaptation.

Gerade für die heutige Forschung zu komplexen Regulationsstörungen ist dieser interdisziplinäre Austausch von besonderer Bedeutung: Körperliche, autonome und neurobiologische Regulationsprozesse werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit zentralnervösen Mechanismen von Stressverarbeitung, emotionaler Regulation und Anpassungsfähigkeit.

Prof. Dr. Wolfgang Linden

Autonome Regulation und Herzratenvariabilität

Prof. Dr. phil. Wolfgang Linden, Professor Emeritus für Klinische Psychologie an der University of British Columbia (UBC), Vancouver, Kanada, ist ein langjähriger internationaler wissenschaftlicher Kooperationspartner von Prof. Stark. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt auf der psychophysiologischen Stressforschung und der Untersuchung autonomer Regulationsprozesse.

Die Zusammenarbeit mit Prof. Linden war insbesondere für die Entwicklung der Herzratenvariabilitätsdiagnostik (HRV) am Prof. Stark Institut von Bedeutung. Prof. Stark übernahm diesen methodischen Ansatz und entwickelte ihn für die Untersuchung komplexer Stress- und Regulationsstörungen sowie später für die besonderen Fragestellungen bei ME/CFS weiter.

Die HRV ermöglicht eine nichtinvasive Untersuchung der autonomen Regulation und liefert damit einen wichtigen Baustein für das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Belastung, Erholung und vegetativer Anpassungsfähigkeit. In der ME/CFS-Forschung ist insbesondere von Interesse, welche Regulationsmuster krankheitsübergreifend auftreten und welche Veränderungen möglicherweise ME/CFS-charakteristisch sind.

Die wissenschaftliche Kooperation wird derzeit mit dem Ziel gemeinsamer Publikationen weiterentwickelt. Untersucht werden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen autonomer Regulation und HRV bei somatischen Erkrankungen sowie bei ME/CFS. Damit soll zugleich die Frage bearbeitet werden, welche HRV-Veränderungen Ausdruck einer allgemeinen körperlichen Krankheitsbelastung sind und welche Befundkonstellationen zur spezifischeren Charakterisierung der Regulationsstörung bei ME/CFS beitragen können.

Prof. Dr. Andrzej Cechnicki

Schizophrenieforschung und psychophysiologische Evaluation

Prof. Dr. med. Andrzej Cechnicki, Jagiellonen-Universität Krakau, ist Psychiater, Psychotherapeut und langjähriger internationaler wissenschaftlicher Kooperationspartner von Prof. Stark. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt insbesondere auf der Erforschung von Verlauf, Prognose, Behandlung und Rehabilitation bei Schizophrenie sowie auf psychosozialen und gemeindepsychiatrischen Behandlungskonzepten.

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Prof. Stark reicht bereits viele Jahre zurück und hat zu gemeinsamen Publikationen im Bereich der Schizophrenieforschung geführt.

Gegenwärtig wird diese Kooperation im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts fortgeführt. Dabei wird die Herzratenvariabilität (HRV) als psychophysiologisches Messverfahren eingesetzt, um Veränderungen der autonomen Regulation bei Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich mögliche Effekte eines Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)-Trainings nicht nur klinisch und psychologisch, sondern auch anhand objektivierbarer Veränderungen der autonomen Regulation abbilden lassen.

Das Projekt verbindet damit psychiatrische Interventionsforschung mit psychophysiologischer Regulationsdiagnostik und erweitert die gemeinsame Forschung um die Frage, inwieweit therapeutisch induzierte Veränderungen auch auf physiologischer Ebene messbar sind.

Prof. Dr. Soraya Seedat

Biologische Psychiatrie und neurowissenschaftliche Forschung

Prof. Dr. med. Soraya Seedat, Distinguished Professor of Psychiatry und Executive Head des Department of Psychiatry der Stellenbosch University, Südafrika, ist eine langjährige internationale wissenschaftliche Kooperationspartnerin von Prof. Stark. Sie gehört zu den international ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen im Bereich der biologischen Psychiatrie und psychiatrisch-neurowissenschaftlichen Forschung.

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit entwickelte sich über viele Jahre hinweg im Rahmen internationaler Kongresse und gemeinsamer fachlicher Diskussionen. Forschungsergebnisse des Prof. Stark Instituts wurden dabei wiederholt auf dem Biological Psychiatry Congress in Cape Town vorgestellt.

Die Kooperation wird auch in der aktuellen ME/CFS-Forschung fortgeführt. Im Rahmen des Biological Psychiatry Congress 2026 wird Prof. Seedat ein Symposium leiten, in dem Ergebnisse der funktionellen MRT-Forschung bei ME/CFS sowie das daraus weiterentwickelte CARN-Modell (Central Autonomic Regulatory Node) vorgestellt und im internationalen wissenschaftlichen Kontext diskutiert werden.

Die Zusammenarbeit schafft damit eine wichtige Verbindung zwischen biologischer Psychiatrie, funktioneller Bildgebung und der Erforschung komplexer zentralnervöser Regulationsmechanismen. Sie unterstützt zugleich den internationalen wissenschaftlichen Austausch über neue Modelle zum Verständnis von ME/CFS.

Interdisziplinär forschen – individuell behandeln

Komplexe Erkrankungen lassen sich häufig nicht innerhalb der Grenzen eines einzelnen medizinischen Fachgebietes verstehen. Das Prof. Stark Institut verbindet deshalb unterschiedliche diagnostische und wissenschaftliche Perspektiven und entwickelt daraus individuelle Untersuchungs- und Behandlungsansätze.

Dabei hat die Zusammenarbeit mit den Betroffenen selbst besondere Bedeutung. Ihre Erfahrungen mit Belastung, Symptomen und Krankheitsverläufen werden als wichtige klinische Informationen ernst genommen und in Diagnostik, Therapie und Forschung einbezogen.