PD Dr. Ziaja

Sportwissenschaft, Biophysikalische Bewegungstherapie und Regulationsforschung

PD Dr. Christof Ziaja ist Sportwissenschaftler und ehemaliger Leistungssportler. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie körperliche Belastung, neuromuskuläre Regulation, autonome Steuerung und Regeneration zusammenwirken.

Ausgangspunkt seiner Arbeiten war unter anderem seine Dissertation „Kohärenz durch bewegliche Lebensführung“. Aus diesen sportwissenschaftlichen und biophysikalischen Ansätzen entwickelte er die Biophysikalische Bewegungstherapie (BBT) als individualisiertes Verfahren zur Untersuchung und therapeutischen Beeinflussung von Regulations- und Regenerationsprozessen.

BBT – Biophysikalische Bewegungstherapie

Die BBT entstand aus der Beobachtung, dass chronische Belastungszustände nicht allein subjektiv erlebt werden, sondern häufig mit Veränderungen des Muskeltonus, der vegetativen Regulation, der Erholungsfähigkeit und der körperlichen Belastbarkeit einhergehen.

Ziel der BBT ist es, solche Regulationsmuster zunächst möglichst objektiv zu erfassen und anschließend körperliche Reize so einzusetzen, dass der Organismus nicht zusätzlich belastet, sondern in seiner Regenerationsfähigkeit unterstützt wird.

BBT und Stochastische Resonanztherapie (SRT)

Ein wesentlicher Bestandteil der von Dr. Christof Ziaja entwickelten körperorientierten Behandlungsansätze war der Einsatz der Stochastischen Resonanztherapie (SRT). Dabei werden über eine spezielle Bewegungsplattform niedrigfrequente, variierende mechanische Reize auf das neuromuskuläre System übertragen.

Im Unterschied zu einem klassischen körperlichen Training steht dabei nicht die aktive Leistungssteigerung im Vordergrund. Vielmehr soll durch gezielte mechanische Reizung die neuromuskuläre Regulation und Anpassungsfähigkeit angesprochen werden. Gerade bei eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit entstand daraus die Frage, ob sich Regulationsprozesse beeinflussen lassen, ohne den Organismus durch konventionelles Training zusätzlich stark zu beanspruchen.

Die Beschäftigung mit diesen Verfahren war zugleich ein wichtiger Ausgangspunkt für die späteren gemeinsamen Untersuchungen von neuromuskulärer Ermüdung, autonomer Regulation, HRV und Belastungsreaktionen am Prof. Stark Institut.

Stochastische Resonanztherapie (SRT): Spezielle Bewegungsplattform zur Applikation variierender mechanischer Reize im Rahmen der biophysikalischen Bewegungstherapie.

Diagnostischer Ansatz

Zur Beurteilung der Regulationsfähigkeit wurden unter anderem Verfahren aus der Sport- und Psychophysiologie eingesetzt. Hierzu gehörten Messungen der Herzratenvariabilität (HRV), neuromuskuläre Untersuchungen sowie – je nach Fragestellung – Laborparameter wie Cortisol oder Laktat.

Diese frühen Arbeiten bildeten zugleich eine Grundlage für die spätere gemeinsame Weiterentwicklung objektivierender Untersuchungsverfahren am Prof. Stark Institut.

Vibration als therapeutischer Reiz

Ein Bestandteil der ursprünglichen BBT war die Anwendung von niedrigfrequenten mechanischen Mikrovibrationen. Hierfür wurde unter anderem eine speziell entwickelte Vibrationsplattform eingesetzt, die passive Bewegungsreize ermöglicht, ohne eine klassische muskuläre Trainingsbelastung zu erzeugen.

Der Ansatz entstand insbesondere aus sportwissenschaftlichen Fragestellungen zur Muskelregeneration und zur Beeinflussung neuromuskulärer Spannungszustände. Die Intensität und Dauer wurden individuell angepasst.

Von der BBT zur heutigen Regulationsforschung

Die BBT war ein früher Baustein einer Entwicklung, die sich in den folgenden Jahren zunehmend auf die objektive Untersuchung biologischer Regulationsprozesse konzentrierte.

Gemeinsam mit Prof. Stark entwickelte Dr. Ziaja die Untersuchungen des autonomen Nervensystems, der Herzratenvariabilität, der neuromuskulären Belastungsreaktion und später auch die neuroradiologische Forschungsdiagnostik weiter.

Bei ME/CFS und Long COVID verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend vom therapeutischen Einsatz von Bewegungsreizen auf die Frage, wie autonome, neuromuskuläre und zentralnervöse Regulationsstörungen objektiviert werden können.

Neuroradiologische Forschung

Einen weiteren Schwerpunkt bildet heute die Weiterentwicklung spezieller MRT- und fMRT-Untersuchungsverfahren in Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie des UKE. Dr. Ziaja hat die Entwicklung und Optimierung der Scan- und Auswertungsprotokolle wesentlich vorangetrieben. Dadurch konnten die Untersuchungsverfahren über mehrere Forschungszyklen hinweg zunehmend verfeinert werden.

Ergebnisse dieser Arbeiten wurden auf nationalen und internationalen wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt und führten inzwischen auch zu wissenschaftlichen Publikationen und Preprints.

Wissenschaftliches Profil

Christof Ziaja: Kohärenz durch bewegliche Lebensführung
Monarda Publishing House, 2009