Zahlen und Fakten

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Zahlen und Fakten 2017-02-13T14:24:31+00:00

Aktuelle Zahlen und Fakten zu Angst, Stress, Burn-out und Depression

In Deutschland sind es vor allem die Krankenkassen, die die Entwicklungen bestimmter Erkrankungen ihrer Versicherten über die Jahre hinweg beobachten. Im Bereich psychischer Belastungen und Erkrankungen zeigt sich tatsächlich ein dramatisches Bild, das die Annahme stützt, dass Burn-out-Phänomene um sich greifen.

DAK-Gesundheitsreport 2013

Im DAK-Gesundheitsreport 2013, der seinen inhaltlichen Schwerpunkt dem Thema psychische Erkrankungen widmet, heißt es dazu:
„Die Zunahme der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen ist seit etwa 15 Jahren die bei weitem auffälligste Entwicklung im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Die DAK-Gesundheitsreporte 2002 und 2005 trugen wesentlich dazu bei, diese Entwicklung der Öffentlichkeit und Fachwelt zur Kenntnis zu bringen. Im aktuellen DAK-Gesundheitsreport kann nun ein Zeitraum von 16 Jahren (1997-2012) überblickt werden. In dieser Zeit haben sich die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen enorm gesteigert. (…)
Von 1997 bis 2012 nahmen die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um 165 Prozent (…) zu. Die Zahl von Arbeitsunfähigkeiten, also die AU-Fälle, nahm in etwa der gleichen Größenordnung zu, nämlich um 142 Prozent (…). Die Betroffenenquote, also der Anteil der Beschäftigten, die wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben waren, wächst im betrachteten Zeitraum um 131 Prozent (…).
Auch die wichtigsten Kennzahlen des Krankenstandes aufgrund psychischer Diagnosen machen die Relevanz des Themas deutlich: Mit einem Anteil von 14,5 Prozent an den Fehltagen rücken die psychischen Erkrankungen

[erstmals] auf Rang zwei der wichtigsten Ursachen für Krankschreibungen – hinter Muskel-Skelett Erkrankungen [und vor Erkrankungen des Atmungssystems]. Unter den Frauen ist mehr als jeder sechste AU-Tag einer psychischen Diagnose zuzuschreiben.“

Angesichts dieses zunächst rein quantitativen Anstiegs fragt der DAK-Gesundheitsreport 2013 in seinem Schwerpunktthema: „Update psychische Erkrankungen“. Sind wir heute anders krank?

„Die Entwicklung der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen ist seit Jahren Anlass für eine Reihe von öffentlichen Debatten, wobei v.a. die folgenden Fragen diskutiert werden:

  1. Spiegelt der Anstieg der Krankschreibungen aufgrund psychischer Leiden eine tatsächliche Zunahme der Prävalenz dieser Erkrankungen wider?
  2. Führt eine verbesserte diagnostische Kompetenz der Hausärzte sowie eine Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen dazu, dass Ärzte und Patienten eine solche Diagnose eher stellen bzw. zulassen?
  3. Welche Rolle spielt die Arbeitswelt hierbei? Haben Belastungen durch Arbeitsverdichtung, Flexibilisierung und Prekarisierung so zugenommen, dass diese (Mit-)Verursacher für das Phänomen der zunehmenden Fehltage wegen psychischer Erkrankungen sind?

Gerade zur letzten Frage hat sich in den letzten Jahren ein neuer Akzent zur Rolle der Arbeitswelt ausgebildet: die enorme Aufmerksamkeit die dem Burnout-Syndrom zukommt. Mittlerweile ist das Burnout-Syndrom geradezu zur Metapher für psychische Leiden geworden, deren Hauptursachen in der Arbeitswelt vermutet werden.“

Der Report, der zum Ziel hat „mit neuen Erkenntnissen die Debatte um psychische Erkrankungen zu versachlichen“ untersucht mit diesen Fragestellung die „Entwicklung des Arbeitsunfähigkeitsgeschehens aufgrund psychischer Erkrankungen“ sowie die „Verbreitung psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung“, wobei Ergebnisse von Gruppendiskussionen mit Hausärzten, Psychotherapeuten und Psychiatern sowie einer repräsentative Befragung von 3.000 Beschäftigten miteinbezogen werden.

Den DAK-Gesundheitsreport 2013 können Sie hier einsehen: DAK-Gesundheitsreport 2013 (PDF)

Stressreport Deutschland 2012

Weitere sachliche Informationen zum Thema Arbeitsbedingungen und psychosomatische Störungen finden Sie auch im ‚Stressreport Deutschland 2012‘, der von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben wird.

Dort heißt es: „Die Wirkungszusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen einerseits und psychischen Störungen andererseits sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik gerückt. Die aktuelle Diskussion gründet vor allem auf der Annahme, dass immer mehr Erwerbstätige durch steigende Anforderungen und zunehmende Belastung der Arbeit an Stress und psychischen Beschwerden leiden und infolgedessen erkranken.

Der Stressreport Deutschland geht nun der Frage nach, in welchem Umfang Beschäftigte in Deutschland derzeit psychischen Anforderungen und psychischer Belastung in der Arbeit ausgesetzt sind. Er informiert zudem über den Stand von Arbeitsbedingungen, die sich in Form von Ressourcen als positiv wirkende Aspekte erwiesen haben. Darüber hinaus geht es um die Veränderung des Stresserlebens sowie um die Frage, in welchem Maße man sich den Anforderungen gewachsen fühlt und um auftretende Stress- und Beanspruchungsfolgen. (…)

Die Ergebnisse des Stressreports Deutschland basieren auf der sechsten Welle der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, einer Datenerhebung, die seit 1979 regelmäßig und seit 1998/99 mit Beteiligung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin durchgeführt wird. Dazu wurden zwischen Oktober 2011 und März 2012 insgesamt 20 036 Erwerbstätige in Telefoninterviews befragt. In die Analysen einbezogen wurden die 17 562 abhängig Beschäftigten der Stichprobe. Im Bericht zeigt sich, dass es bei den Anforderungen und Ressourcen seit der letzten Befragung von 2005/2006 kaum Veränderungen gibt.
Von einer Entwarnung kann jedoch nicht gesprochen werden. Denn die Anforderungen aus Arbeitsinhalt und -organisation haben sich z.T. auf hohem Niveau stabilisiert. Zudem hat teilweise zeitgleich die subjektiv wahrgenommene Belastung weiter zugenommen, ebenso auch die Beschwerden. Darüber hinaus gibt es erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen, wie die Aufschlüsselungen der Anforderungen, Ressourcen, Beanspruchung und Beanspruchungsfolgen nach Alter, Geschlecht, Branche, Beruf etc. zeigen. Handlungsbedarf und Gestaltungspotenzial müssen auf Grundlage solch differenzierter Analysen abgeleitet werden.“

Stressreport Deutschland 2012 (PDF)

AOK und TEK

Auch die AOK und die TEK sind sich der Bedeutung dieser Krankheiten bewusst und haben eigene Informations- und Präventionsangebote, auch in Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt.

Weitere Informationen der AOK finden Sie hier:

Die TEK hat eine eigene Broschüre zum Thema Stress herausgegeben: „Stress – Wie Sie Stressoren erkennen und Belastungen besser bewältigen können.“ (PDF)